Geschichte

Die Geschichte des SV Silberg beginnt in 1920

 

Der erste Sportplatz war eine Viehweide

Bereits im.Jahre1920, so besagt es die Chronik wurde von sportfreudigen SiIbergern der Verein gegründet. 30 Männer trafen sich beim Wirt Jakob HampeI (Morn) und wählten als Vorsltzenden KarI Gerlach (Bäckers), der auch gleichzeitig als Geschäftsführer fungierte. Kassierer waren Ludwig Wagner und Heinrich Gerlach. Das Kassenbuch besagt, dass der Mitgliedsbeitrag monatlich zehn Pfennig betrug, Säumige Zahler wurden nicht vermerkt.

Es wurde unter denkbar schwierigen Bedingungen Fußball gespielt. Eine Wiese (Viehweide) stellte den Fußballplatz dar Als Tore - ohne Netz - dienten selbstgezimmerte Rundhölzer. Der Platz wurde in den folgenden Jahren durch Eigenleistung zweimal — ohne finanzielle Mittel - in einen besseren Zustand versetzt.

Von 1920 bis 1921 konnte man sogar drei Mannschaften stellen. Alle Männer im Fußballalter so hört man, waren aktiv. Von 1924 bis 1928 spielte der Verein in der Verbandsklasse, die sich über den gesamten Kreis zog. Von 1928 bis 1933 wurden Freundschaftsspiele und Pokalturniere mit großem Erfolg ausgetragen Der damalige Torwart Adolf Kolbe schoss in Buchenau mit seinem gewaltigen Abschlag sogar ein Tor. Trainer und Vorbild war Spielführer Willi Bertel der Abwehrchef die Mannschaft dirigierte. Er selbst spielte vorher bei dem KSV Hessen Kassel. Nur ein Ball stand zur Verfügung. Nach jedem Spiel musste er zur reparatur. Gute Schuhe hatten die wenigsten., andere rüsteten „Gepinnte“ zu Fußballschuhen um. Auch hier hatte der Schuster wochentags viel zu tun, um die Schuhe wieder spielfällig zu machen. Andere hatten kein Geld und nahmen die Sache selbst in die Hand. Da im Elternhaus nicht immer das nötige Verständnis aufgebracht wurde, mussten schuhe und Trikot bei Freunden untergebracht werden. Geprägt wurde der Verein in der schwierigen Zeit durch Idealismus und Kameradschaft. Inflation, Arbeitslosigkeit und vor allem der 2. Weltkrieg, wirkten sich immer nachteiliger auf den Spielbetrieb aus.

 

 

Zu den Spielen unterwegs mit Fahrrad oder dem Kassentraktor

Mit dem Krieg kam der Spielbetrieb ganz zum Erliegen und der Verein wurde erst 1946 am 16 August neu gegründet. Heinrich Kolz wurde Vorsitzender Mit Hilfe eines kleinen Kredites wurde der Sportplatz erneuert.  Nachfolger von Kolz wurde Ernst Siegel

Der Verein spielte unter dem Namen SV Silberg bis Ende 1949 mit zwei Mannschaften. Von 1949 bis 1953 bestand eine. Spielgemeinschaft mit Niedereisenhausen. 1953 vereinigten sich die beiden Vereine Vereine Nieder- und Obereisenhausen. Hier wirkten noch einige Spieler aus Silberg mit gutem Erfolg mit.

Bereits im ersten Jahr hätte man fast den Aufstieg in die A-Klasse geschafft. Eine unglückliche Niederlage gegen die gute Mannschaft von Dautphe verdarb das Konzept .Das Spielermaterial, was Anfangs noch sehr dünn war, ergänzte sich später entscheidend Gute Spieler kamen aus der Gefangenschaft Hier ist besonders Gerhard Krug, der leider viel zu früh verstarb, zu nennen. Er spielte mit dem legendären Torwart von Manchester United (England) Bernd Trautmann, in einer Mannschaft. Sein gewaltiger Schuss war bei allen Torhütern gefürchtet. Heimatvertriebene schlossen sich dem Verein an. Zum Beispiel war Gerhard Tittel schon als 17-jähriger aktiv.

Es war wieder eine denkbar schlechte Zeit für den Fußball. Man hatte zwar Geld, konnte sich jedoch nichts dafür kaufen. Das erste Trikot wurde in Laasphe gegen Naturalien (Eier, Schinken, Speck) gekauft. Ein Ball wurde in mühevoller Arbeit vom Sattler Willi Beimborn auf Normalform verkleinert. Zu den Spielen fuhr man mit den Fahrrädern oder auch manchmal mit dem von Ludwig Gerlach gesteuerten Kassentraktor mit Anhänger.

Im Jahr 1949 spielte in Silberg bereits der erste Profi. Mit einer Anzeige in der Sportzeitung wurde ein talentierter Spieler, mit Bereitstellung eines Arbeitsplatzes, nach Bayern in die Verbandsliga gesucht. Fritz Klein, der noch lange für den Verein aktiv war und annähernd 1000 Spiele bestritt nutzte die Chance und spielte über ein halbes Jahr in dieser Liga: Bei seiner Rückkehr, vom Bahnhof kommend, packte er gleich die Koffer aus und kickte mit, weil zuhause keine elf Spieler zur Verfügung standen.

 

Höhen und Tiefen im Spielbetrieb in der Zeit 1960 bis 1990

Nachdem sich das Fußballspielen lange Zeit schwierig gestaltete, fand am 06 Juni 1961 im Vereinslokal nach längerer Vorbereitung eine Mitgliederversammlung statt, und es wurde beschlossen, den Spielbetrieb erneut aufzunehmen. Bedingt dadurch, dass gute Spieler zu diesem Zeitpunkt  außerhalb mit sehr viel Erfolg spielten, andere aus Nachbargemeinden Interesse bekundeten, war es wohl der günstigste Start bei allen Anläufen in der Vereinsgeschichte. Das Protokoll sagt aus, dass der Vorstand bei 67 Anwesenden einstimmig gewählt wurde, Erster Vorsitzender Karl-Heinz Kramer, Zweiter Vorsitzender Wilhelm Krug, Schriftführer Alfred Siegel, Kassierer Alfred Pollack. Dieser Vorstand mit einer Änderung führte den Verein in den nächsten 15 Jahren. Weitere Vorsitzende waren später: Manfred Kolbe, Manfred Donges und Gerhard Franke. Alle hatten zu diesem Zeitpunkt ein schwieriges Amt. Die Luft war raus, die Spielerdecke wurde dünner, einige Spieler schielten schon nach anderen Vereinen und erhofften sich Besseres. Folgende Trainer hatten an d3en Erfolgen des Vereins zu dieser Zeit großen Anteil. Dieter Katzmarzik, Erich Schmidt,  Erwin Kramer, Leo Gromes und Manfred Ciliox. Der Kassenbestand war in den Anfangsjahren nie rosig, und der Kassenwart meldete des öfteren rote Zahlen. Mittel für die Platzherrichtungen und die Umkleidekabine wurden durch Sportfeste und Bratpartien besorgt. Aber auch Spendern – zum Beispiel stellte der damalige Jagdpächter Becker den Drahtzaun – und die Gemeinde, an der der Spitze mit Altbürgermeister Schmitt, förderten den Verein. Lobenswerte Eigenleistungen standen immer im Vordergrund. Hier beteiligte sich Alt und Jung. Das Interesse am Verein wuchs wieder Jahr für Jahr. Folgende Mitgliederzahlen zeigen, dass der Verein auf guter Basis stand. 1961 – 70 Mitglieder, 1962 – 80 Mitglieder, 1964 – 92 Mitglieder, 1966 – 132 Mitglieder und 1968 – 136 Mitglieder. Zum sportlichen Teil ist viel Erfolgreiches zu berichten. War der Anfang auch schwer, so hatte man jedoch bereits in den Spieljahren 1962/63 und 1963/64 hervorragende Plätze belegt. Die Reserve kam jedoch erst später gut ins Rennen.

 

 

Zur Meisterschaftsfeier in 1966 gab es ein ganzes Schwein

Wilhelm Krug der 2. Vorsitzende hatte in allen drei Vereinen gespielt, von 1932 – 33, 1946 – 50 und ab 1961 anfangs in der Reserve. Auch Spieler wie Herbert Kramer, Fritz Klein und Helmut Pfeiffer aus dem alten Verein, zählten in der 1. u. 2. Mannschaft zu den Stützen. Im Punktspielbereich erzielte die erste Mannschaft im Spieljahr 1965/66 die Meisterschaft in der B-Klasse und somit den Aufstieg in die überkreisliche A-Klasse mit dem Kreis Marburg. Unvergessen sind die beiden Entscheidungsspiele gegen Buchenau (in Dautphe) mit 2:2 und in der Wiederholung (in Biedenkopf) mit 2:0. Eine große Zuschauerkulisse begleiteten diese beiden Spiele. Eine zünftige Meisterschaftsfeier mit dem Verzehr  eines ganzen Schweines schloss sich an. Dem Erfolg gebührend feierte man zwei Tage lang im Dorfgemeinschaftshaus. Schon vor der Meisterschaft und später in der A-Klasse verstärkten Spieler aus Wolzhausen, Quotshausen und nicht zuletzt aus Biedenkopf die Mannschaften. Zu allen bestand ein gutes und kameradschaftliches Verhältnis. In der A-Klasse verweilte der Verein in den Spilejahren 1966/67 und 1967/68. Es waren bis dahin zwar die anstrengendsten, aber auch schönsten Jahre in der Vereinsgeschichte des Sportvereines 1920 Silberg. Die Reserve erreichte in dem Spieljahr 1969/70 in Bottenhorn gegen die Mannschaft von Weidenhausen die Meisterschaft. In all den Jahren sorgte die gute 2. Mannschaft für den Unterbau der 1. Mannschaft. Weitere Höhepunkte waren bei den Pokalspielen zu vermerken: Hier erreichte man Siege gegen Wallau und Frechenhausen aber auch die knappe Niederlage gegen Breidenbach ist hier zu nennen. Siege bei Turnieren reihten sich an. Ausflüge, Fahrten zu Bundesligaspielen und ein Besuch in Berlin sorgten im Verein für Zusammenhalt.

Schwierigkeiten gab es bei dem Nachwuchs. Silberg war für eine eigene Jugend zu klein. Doch mit Hommertshausen und Mornshausen konnte der Verein auch hier in den Jahren 1975/76 einiges tun.

Man benötigte eine Kraftanstrengung um nach der Auflösung im Spieljahr 1977/78 eine Altherren-Mannschaft zu gründen. Zum einen durfte der Verein der Jugend einen evtl. späteren Einstieg nicht erschweren und zum anderen musste doch die mit Fleiß geschaffene Sportanlage genutzt werden. Die Altherren-Mannschaft war bei Ernst Schmitt, Alfred Pollak und Manfred Kolbe in guten Händen. Erfreulicherweise schloss sich in 1978 eine sehr aktive Gymnastikgruppe unter der Führung von Barbara Langenbach dem Sportverein an. Die Gymnastikgruppe hat großen Zulauf und ist heute ein wichtiger Bestandteil des Vereinslebens.

 

 

Rudi Kohlberger und Leo Gromes führen den Verein in die Achtziger Jahre

Der vierte Anlauf am 18.05.1984 und am 01.06.1984 zeigte, dass der Fußballverein wieder einen aktiven Spielbetrieb aufnehmen konnte. Trotz aller Skepsis wegen dem zur Verfügung stehenden Spielermaterials, wurde auf mehrheitlichem Beschluss der Spieler, der Versuch im Spieljahr 1984/85 wieder gewagt. Es war sicherlich in erster Linie ein Verdienst von unserem langjährigen und erfahrenen Spieler Leo Gromes, der es verstand, als Vorbild die Jugend von diesem Schritt zu überzeugen. Am 22.06.1984 fand dann eine außerordentliche Mitgliederversammlung statt. Von den cirka 100 Mitgliedern waren 43 anwesend. Auf dem Programm standen Neuwahlen. Aus diesen Wahlen ging Rudi Kohlberger als neuer Vorsitzender des Vereines hervor. Ihm zur Seite standen am Anfang Bernd Krüger und später Markus Kramer als 2. Vorsitzender, Jürgen Pankraz als Schriftführer, Alfred Pollak als Kassierer und Lothar Frolik als Jugendwart. Den Part des Trainers übernahm, unter dem Beifall aller Mitglieder und Spieler, Leo Gromes. Sportlich wurde die Mannschaft in die B-Liga I eingestuft. Altherren zusammen mit den jüngeren Spielern stellten zunächst die Mannschaften. Weitere Trainer in dieser Zeit waren Volker Achenbach, Leo Gromes, Hans Jürgen Tittel , Volker Schuppner und wiederum Hans-Jürgen Tittel. Mit dem Nachbarort Hommertshausen, wurde eine Jugendspielgemeinschaft gegründet. Es spielten Anfangs fünf Mannschaften in verschieden Altersgruppen in der Gemeinschaft.

 

 

Anfang der Neunziger Jahre wurden die Sportler

des SV Silberg zu Bauherren

In den Jahren 1991 bis 1995 standen die baulichen Maßnahmen im Verein sehr im Vordergrund. 1991 wurde der Sportplatz mit einem Gesamtkostenetat von 70.000 DM erneuert. 20.000 DM wurden hiervon als Eigenleistung von den Mitgliedern selbst erbracht. In 1992 wurden dann die Versorgungs- und Entsorgungsleitungen für den später geplanten Neubau des Sportheimes verlegt. In 1994 wurde dann als nächste Baumaßnahme ein Flutlicht auf dem Sportplatz installiert. Diesem folgende dann das lang von allen Mitgliedern und Spielern ersehnte Projekt des Sportheimneubaues in den Jahren 1994 und 1995. Im September 1995 konnte man dann endlich die Einweihung des Sportheimneubaues feiern. Es waren viele Gäste aus der Politik, von der Gemeinde und den Verbänden unsere Gäste im schmucken neuen Sportheim. Insgesamt hat der Sportverein in den Neunziger Jahren mit seinen einzelnen Bauabschnitten stolze 450.000 DM investiert. Ein sehr großer Anteil ca. 160.000 DM wurde durch die enorme Eigenleistung von den Mitgliedern des Sportvereins erbracht. Finanziell hat man bedingt durch diese enormen Investitionen, für einen so kleinen Verein wie es der SV 1920 Silberg ist, in den Neunziger Jahren und der erneuten Platzsanierung im Jahre 2004 noch ein in Relation zu der Gesamtsumme der Investition kleines Darlehen zu tilgen.

 

 

Man konnte zum zweiten Mal den Aufstieg in die A-Liga feiern

Neben diesen baulichen Maßnahmen kam der sportliche Betrieb des Vereines aber auch nicht zu kurz. In der Spielzeit 1991/92 blieb man zuerst noch hinter den sportlichen Erwartungen zurück. Doch bereits in der Saison 1992/93 konnte man unter der Führung des Spielertrainers Karl-Heinz Urner aus Banfe den Aufstieg in die A-Liga und die Meisterschaft der Reservemannschaft feiern. Hier spielte man bis in der Saison 1994/95. Dann folgte der Abstieg in die B-Liga des Kreises Biedenkopf. Bei der Jugend wurde in 1992 eine Jugendspielgemeinschaft mit den Dautphetaler Ortsteilen Hommertshausen, Holzhausen und Mornshausen gegründet. Diese hat auch bis Heute noch ihren Bestand. In 1996 gab es einen Wechsel in dem Vorsitz des SV 1920 Silberg. Der aus beruflichen Gründen nicht mehr amtierende langjährige Vorsitzende Rudi Kohlberger wurde aufgrund von einer Satzungsänderung durch ein Präsidium von fünf Personen ersetzt. Diesem Präsidium gehörten an Herbert Becker, Friedhelm Bögel, Hans-Joachim Herrmann, Volker Hofmann und Stefan Pitzer. Unter der Regie von den Trainern Hans Schulz, Franz-Josef Weisenstein, Helmut Krug, Ulli Dittmann, Jörg Markuse und wiederum Ulli Dittmann spielte der SV 1920 Silberg seit Ende der Neunziger bis zur Saison 2004/2005  immer in dem oberen Tabellendrittel der B-Klasse Biedenkopf. Die Reservemannschaft erreichte im Spieljahr 1996/97 nochmals Reservekreismeisterschaft der B-Liga Biedenkopf.

 

Der Sportverein ist seit Mitte der Neunziger Jahre in dem gesellschaftlichen Bereich des Silberger Dorflebens ein sehr wichtiger Faktor geworden. Neben den vielen sportlichen Aktivitäten im Jugend- wie im Seniorenfußball, ist es dem Verein zur Gewohnheit geworden, alljährlich ein Schlachtessen, wie aber auch die schon seit langen Jahren zur Tradition gewordenen 1.Mai Wanderung durchzuführen Es wurden in den vergangenen Jahre 10 km Laufwettbewerbe, Skatturniere oder Fußballturniere für Jedermann mit den benachbarten Ortschaften aus Wolzhausen und Quotshausen und den Vereinen aus Silberg veranstaltet. Mit der Damengymnastikgruppe zusammen führt man alljährlich einen bunten Abend durch.

 

 

85jähriges Jubiläum

Mit dem Engagement der Kölner Kultgruppe „Höhner“ zu dem 85jährigen Bestehen des SV 1920 Silberg wurde wohl das bis dahin erfolgreichste Jahr des Sportvereins eingeläutet. Es kamen fast 2000 Gäste zu dieser Veranstaltung auf dem Bolzplatz in Silberg. Im sportlichen Bereich wurde mit der Verpflichtung von Osman Özdemir der Spielertrainer engagiert der die junge Mannschaft zu dem Erfolg motivierte den man sich von Seiten des Vorstandes des SV Silberg versprochen hatte.

Souverän holte sich die erste Seniorenmannschaft den Meistertitel in der B-Liga Biedenkopf und damit verbunden den Aufstieg in die neu formierte A-Liga Biedenkopf/Marburg.

Im Kreispokal schaffte es die I. Seniorenmannschaft bis das in das Endspiel vorzudringen. Hier musste man sich zwar gegen den FV 09 Breidenbach auf dem Kunstrasenplatz in Biedenkopf mit 1:0 geschlagen geben aber bei ein wenig mehr Glück hätte man auch hier für eine riesengroße Überraschung sorgen können. Die Reservemannschaft des SV Silberg holte sich ebenfalls in der Saison 2005/2006 den Meistertitel der Reserven der B-Liga Biedenkopf.